Kredit 2026 schwieriger zu bekommen? Warum Banken jetzt genauer prüfen

Veröffentlicht: Oktober 4, 2026 19 Min.
Redaktionell geprüft Unabhängig

Ein regelmäßiges Einkommen, ein ordentlicher SCHUFA-Score und trotzdem lehnt die Bank den Kreditantrag ab: Diese Erfahrung machen 2026 offenbar mehr Verbraucher.

Das ist nicht nur ein subjektiver Eindruck.

Die Deutsche Bundesbank meldete im Juli 2026, dass deutsche Banken ihre Kreditrichtlinien in allen wichtigen Kreditsegmenten verschärft haben. Betroffen sind Unternehmenskredite ebenso wie Baufinanzierungen und klassische Konsumentenkredite.

Auch bei Raten- und Konsumentenkrediten stieg die Ablehnungsquote.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Banken plötzlich keine Kredite mehr vergeben möchten.

Vielmehr schauen sie genauer hin:

  • Wie stabil ist das Einkommen?
  • Welche anderen Kredite laufen bereits?
  • Wie hoch sind die monatlichen Fixkosten?
  • Wie belastbar ist das Haushaltsbudget?
  • Wie hoch ist die gewünschte Rate?
  • Wie sieht die bisherige Kredithistorie aus?
  • Passt der Kreditbetrag zur wirtschaftlichen Situation?

Hinzu kommt das Zinsumfeld. Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen im September 2026 wieder angehoben hat, ist auch der Finanzierungsspielraum vieler Kreditnehmer nicht größer geworden.

Wer 2026 einen Kredit sucht, sollte deshalb nicht nur nach dem niedrigsten Zinssatz suchen.

Die Vorbereitung des Kreditantrags wird immer wichtiger.

Kreditvergabe 2026: Das Wichtigste auf einen Blick

Entwicklung Stand 2026
Konsumentenkredite Banken haben Vergaberichtlinien verschärft
Baufinanzierungen Kreditrichtlinien ebenfalls strenger
Kreditablehnungen Bei Konsumentenkrediten gestiegen
Hauptgrund Höher eingeschätztes Kreditrisiko
Haushaltsbonität Von Banken zurückhaltender beurteilt
Kreditnachfrage Im zweiten Quartal deutlich gesunken
Zinsumfeld EZB hat Zinsen im September erhöht
SCHUFA Wichtig, aber nicht allein entscheidend
Einkommen Zentrale Grundlage der Kreditprüfung
Bestehende Kredite Können verfügbaren Spielraum deutlich reduzieren

Was bedeutet „Banken verschärfen ihre Kreditrichtlinien“?

Diese Formulierung klingt zunächst abstrakt.

Gemeint sind die internen Vorgaben einer Bank für die Genehmigung eines Kredits.

Eine Bank kann beispielsweise entscheiden:

  • höhere Anforderungen an das Einkommen zu stellen,
  • bei bestimmten Beschäftigungsverhältnissen vorsichtiger zu sein,
  • geringere maximale Kreditsummen zu vergeben,
  • höhere Anforderungen an Sicherheiten zu stellen,
  • bestimmte Risikoklassen nicht mehr zu finanzieren,
  • bei knappen Haushaltsrechnungen weniger Spielraum einzuräumen.

Die Bank muss dafür nicht unbedingt ihre beworbenen Kreditzinsen ändern.

Genau deshalb sollte man zwei Dinge unterscheiden.

Kreditrichtlinie

Sie entscheidet darüber, ob beziehungsweise unter welchen internen Voraussetzungen ein Kredit grundsätzlich vergeben wird.

Kreditbedingung

Sie bestimmt beispielsweise:

  • Zinssatz,
  • Laufzeit,
  • Sicherheiten,
  • Kreditmarge,
  • sonstige Vertragsbedingungen.

Eine Bank kann ihre Vergaberegeln verschärfen, obwohl sich ihr allgemeines Kreditangebot auf der Website kaum verändert.

Der Verbraucher bemerkt die Veränderung dann möglicherweise erst bei der Kreditentscheidung.

Wie stark haben deutsche Banken 2026 ihre Regeln verschärft?

In der Bundesbank-Umfrage für das zweite Quartal 2026 meldeten die teilnehmenden Banken per saldo strengere Kreditrichtlinien in allen drei untersuchten Bereichen.

Kreditsegment Nettoanteil mit Verschärfung
Unternehmenskredite +10 %
Private Wohnungsbaukredite +7 %
Konsumenten- und sonstige Privatkredite +11 %

Der sogenannte Nettoanteil bedeutet dabei nicht:

11 Prozent aller Kreditanträge wurden zusätzlich abgelehnt.

Die Zahl beschreibt vielmehr den Saldo der Banken, die ihre internen Regeln verschärft beziehungsweise gelockert haben.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Trotzdem zeigt die Umfrage eindeutig:

Der Trend ging im zweiten Quartal 2026 zu vorsichtigerer Kreditvergabe.

Gleichzeitig wurden mehr Konsumentenkredite abgelehnt

Für Verbraucher ist eine andere Beobachtung noch interessanter.

Die Bundesbank berichtet, dass im zweiten Quartal auch die Ablehnungsquote bei Konsumenten- und sonstigen Krediten gestiegen ist.

Bei Baufinanzierungen blieb die Ablehnungsquote dagegen nahezu unverändert.

Das zeigt:

Strengere Kreditrichtlinien sind nicht nur eine theoretische Änderung interner Bankhandbücher.

Sie können sich tatsächlich darauf auswirken, ob ein Antrag genehmigt wird.

Warum sind Banken vorsichtiger geworden?

Die Institute nannten mehrere Gründe.

Besonders wichtig waren:

  • höher eingeschätzte Kreditrisiken,
  • gedämpfte allgemeine Wirtschaftslage,
  • schwächere Konjunkturaussichten,
  • geringere Kreditwürdigkeit privater Haushalte.

Eine Bank muss bei jeder Kreditvergabe eine Prognose treffen:

Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Kredit vollständig und pünktlich zurückgezahlt wird?

Wird die wirtschaftliche Lage unsicherer, steigen aus Sicht der Banken mögliche Risiken.

Beispielsweise können eine Rolle spielen:

  • Arbeitsplatzverlust,
  • sinkendes verfügbares Einkommen,
  • höhere Lebenshaltungskosten,
  • steigende Kreditzinsen,
  • bereits bestehende hohe Verschuldung.

Ein Antrag, der in einem sehr stabilen wirtschaftlichen Umfeld noch problemlos durchgegangen wäre, kann deshalb bei veränderter Risikobewertung genauer geprüft werden.

Weniger Menschen wollen derzeit überhaupt einen Kredit

Interessant ist die andere Seite des Marktes.

Nicht nur Banken wurden vorsichtiger.

Auch die Kreditnachfrage der privaten Haushalte ging im zweiten Quartal 2026 deutlich zurück.

Nach Angaben der Bundesbank war der Rückgang bei Wohnungsbau- sowie Konsumenten- und sonstigen Krediten so stark wie seit rund drei Jahren nicht mehr.

Als Gründe nannten die Banken unter anderem:

  • schlechtere Verbraucherstimmung,
  • höheres allgemeines Zinsniveau,
  • geringere Ausgaben für langlebige Konsumgüter.

Das ist wirtschaftlich nachvollziehbar.

Wer für einen Kredit deutlich mehr Zinsen zahlen muss, verschiebt möglicherweise:

  • den Autokauf,
  • eine Renovierung,
  • neue Möbel,
  • größere Anschaffungen.

Die EZB hat die Zinsen im September wieder angehoben

Nach der Bundesbank-Erhebung kam im September ein weiterer Faktor hinzu.

Die Europäische Zentralbank erhöhte am 10. September 2026 ihre drei Leitzinsen um jeweils 0,25 Prozentpunkte.

Seit dem 16. September gelten:

EZB-Zinssatz Zinssatz
Einlagefazilität 2,50 %
Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %
Spitzenrefinanzierungsfazilität 2,90 %

Für Verbraucher heißt das nicht automatisch, dass jeder Ratenkredit am nächsten Tag exakt 0,25 Prozentpunkte teurer wird.

Bankzinsen hängen von mehreren Faktoren ab.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Refinanzierungskosten,
  • Kapitalmarktzinsen,
  • Wettbewerb,
  • Laufzeit,
  • Kreditausfallrisiko,
  • individuelle Bonität.

Ein höheres allgemeines Zinsniveau kann Kredite aber tendenziell verteuern beziehungsweise den Spielraum für günstige Finanzierungen verkleinern.

Schon zwei Prozentpunkte machen bei einem Ratenkredit einen Unterschied

Ein Beispiel zeigt, warum der Zinssatz relevant ist.

Angenommen, ein Verbraucher nimmt:

20.000 Euro

über:

60 Monate

auf.

Vereinfacht ergeben sich ungefähr folgende Größenordnungen:

Zinssatz p. a. Monatsrate ca. Gesamtzahlung ca.
6 % 387 € 23.199 €
8 % 406 € 24.332 €
10 % 425 € 25.497 €

Zwischen 6 und 10 Prozent liegen monatlich nur rund:

38 Euro.

Über fünf Jahre summiert sich der Unterschied aber auf mehr als:

2.000 Euro.

Das zeigt, warum Verbraucher nicht allein darauf schauen sollten, ob eine Rate grundsätzlich ins Monatsbudget passt.

Auch die Gesamtkosten sind entscheidend.

Die Rechnung dient nur zur Veranschaulichung und berücksichtigt keine zusätzlichen Kreditkosten.

Warum bekommt Person A einen Kredit und Person B nicht?

Banken bewerten einen Kredit nicht anhand eines einzigen Merkmals.

Entscheidend ist das Gesamtbild.

Ein typischer Kreditantrag kann beispielsweise folgende Bereiche umfassen:

Einkommen

Wie viel regelmäßiges Nettoeinkommen steht zur Verfügung?

Beschäftigung

Ist das Einkommen langfristig stabil?

Haushaltskosten

Wie hoch sind Miete, Nebenkosten und Lebenshaltungskosten?

Bestehende Kredite

Welche Raten müssen bereits bezahlt werden?

Bonitätsinformationen

Welche Informationen liegen beispielsweise bei Auskunfteien vor?

Kredithöhe

Steht die beantragte Summe in einem angemessenen Verhältnis zum Einkommen?

Laufzeit

Wie lange wird der Kredit zurückgezahlt?

Rate

Wie viel finanzieller Spielraum bleibt nach Zahlung der Kreditrate?

Zwei Menschen mit identischem Einkommen können deshalb vollkommen unterschiedliche Kreditentscheidungen erhalten.

Die Haushaltsrechnung ist häufig entscheidender als das Einkommen allein

Ein Einkommen von 4.000 Euro netto klingt zunächst gut.

Aber betrachten wir zwei Haushalte.

Haushalt A

Nettoeinkommen:

4.000 Euro

Monatliche Fixkosten:

1.700 Euro

Bestehende Kreditraten:

0 Euro

Verbleibender Spielraum:

2.300 Euro

Haushalt B

Nettoeinkommen:

4.000 Euro

Monatliche Fixkosten:

2.300 Euro

Autokredit:

450 Euro

Ratenkäufe:

250 Euro

Verbleibender Spielraum:

1.000 Euro

Das Einkommen ist identisch.

Die finanzielle Belastbarkeit ist es nicht.

Deshalb kann Haushalt A eine deutlich höhere Kreditsumme bekommen als Haushalt B.

SCHUFA gut – Kredit trotzdem abgelehnt?

Ja.

Das ist völlig möglich.

Ein guter SCHUFA-Score bedeutet nicht automatisch, dass eine Person ausreichend finanziellen Spielraum für jeden gewünschten Kredit besitzt.

Beispielsweise kann jemand:

  • einen hervorragenden SCHUFA-Score haben,
  • sämtliche Rechnungen immer pünktlich bezahlen,

und trotzdem bereits so hohe monatliche Verpflichtungen haben, dass ein zusätzlicher Kredit aus Sicht der Bank nicht tragbar ist.

Umgekehrt kann eine Person mit durchschnittlichem Score, aber sehr hohem und stabilem Einkommen durchaus finanzierbar sein.

Die Bank betrachtet daher regelmäßig:

Bonität + Einkommen + Ausgaben + Verpflichtungen + Kreditwunsch.

Nicht nur die SCHUFA.

Welche Faktoren können zu einer Kreditablehnung führen?

Eine Ablehnung kann zahlreiche Ursachen haben.

Häufige Gründe sind:

  • unzureichendes Einkommen,
  • zu hohe gewünschte Kreditsumme,
  • zu hohe monatliche Rate,
  • bereits bestehende Kredite,
  • negative Bonitätsmerkmale,
  • unsicheres Beschäftigungsverhältnis,
  • Probezeit,
  • befristeter Arbeitsvertrag,
  • stark schwankendes Einkommen,
  • sehr kurze Selbstständigkeit,
  • unvollständige Unterlagen,
  • Unstimmigkeiten im Kreditantrag.

Eine Bank muss dem Antragsteller dabei nicht zwingend mitteilen, welches einzelne interne Vergabekriterium letztlich ausschlaggebend war.

Ab dem 20. November 2026 entstehen allerdings zusätzliche Rechte, wenn automatisierte Kreditwürdigkeitsprüfungen eingesetzt werden.

Probezeit kann die Finanzierung erschweren

Wer gerade eine neue Arbeitsstelle begonnen hat, kann trotz guten Einkommens Schwierigkeiten bekommen.

Der Grund liegt nicht unbedingt in der Höhe des Gehalts.

Das Problem ist die fehlende langfristige Sicherheit.

Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis leichter beendet werden.

Viele Banken berücksichtigen dieses zusätzliche Risiko.

Das bedeutet nicht, dass ein Kredit in Probezeit grundsätzlich unmöglich ist.

Die Auswahl möglicher Anbieter kann aber kleiner werden.

Befristeter Arbeitsvertrag: Laufzeit wird wichtig

Auch ein befristeter Vertrag führt nicht automatisch zur Ablehnung.

Eine Bank kann jedoch prüfen, ob die Kreditlaufzeit deutlich über das bestehende Beschäftigungsverhältnis hinausgeht.

Beispiel:

Arbeitsvertrag läuft noch:

14 Monate

Gewünschter Kredit:

84 Monate

Aus Bankensicht entsteht eine offensichtliche Frage:

Wie sicher ist das Einkommen nach Ablauf des Arbeitsvertrages?

Je nach Bank können deshalb zusätzliche Faktoren wichtig werden:

  • bisherige Beschäftigungsdauer,
  • Beruf,
  • Wahrscheinlichkeit einer Übernahme,
  • sonstiges Haushaltseinkommen,
  • Kreditsumme.

Selbstständige müssen häufig mehr nachweisen

Bei Selbstständigen und Unternehmern ist nicht unbedingt die Bonität das Problem.

Schwieriger ist die Bewertung eines Einkommens, das schwankt.

Während ein Arbeitnehmer monatlich beispielsweise 4.000 Euro netto erhält, können bei einem Selbstständigen Umsätze und Gewinne von Monat zu Monat erheblich variieren.

Banken können deshalb beispielsweise Unterlagen verlangen wie:

  • Einkommensteuerbescheide,
  • Jahresabschlüsse,
  • betriebswirtschaftliche Auswertungen,
  • Einnahmen-Überschuss-Rechnungen,
  • Kontoauszüge,
  • Nachweise über bestehende Verpflichtungen.

Wer solche Unterlagen vollständig vorbereitet, erleichtert der Bank die Prüfung erheblich.

Mehr Eigenkapital hilft nicht nur bei der Baufinanzierung

Bei Immobilien ist Eigenkapital offensichtlich.

Je weniger die Bank vom Kaufpreis finanzieren muss, desto niedriger ist grundsätzlich ihr Risiko.

Aber auch bei anderen Finanzierungen kann eine kleinere Kreditsumme helfen.

Wer beispielsweise ein Auto für 40.000 Euro kauft und:

10.000 Euro selbst bezahlt

benötigt nur:

30.000 Euro Kredit.

Das reduziert:

  • Kreditsumme,
  • monatliche Rate,
  • Gesamtzinsbelastung,
  • Risiko der Bank.

Manchmal verbessert deshalb nicht ein anderer Kreditgeber, sondern schlicht eine kleinere Finanzierung die Erfolgsaussichten.

Eine längere Laufzeit kann helfen – aber sie kostet

Wenn die Monatsrate für die Haushaltsrechnung zu hoch ist, kann eine längere Laufzeit die Belastung reduzieren.

Beispiel:

20.000 Euro Kredit werden nicht über vier, sondern über sechs Jahre verteilt.

Die monatliche Rate sinkt.

Dadurch kann die Finanzierung besser zum verfügbaren Einkommen passen.

Der Nachteil:

Insgesamt werden meistens mehr Zinsen bezahlt.

Die längste mögliche Laufzeit ist deshalb nicht automatisch die beste Laufzeit.

Ziel sollte eine Rate sein, die:

  • sicher bezahlt werden kann,
  • ausreichend finanziellen Puffer lässt,
  • den Kredit trotzdem nicht unnötig verlängert.

Warum ein monatlicher Puffer wichtig ist

Ein häufiger Fehler bei der Kreditplanung lautet:

Einnahmen:

3.000 Euro

Ausgaben:

2.600 Euro

Mögliche Kreditrate:

400 Euro

Rechnerisch geht das auf.

Praktisch wäre es riskant.

Dann bleibt jeden Monat:

0 Euro Puffer.

Eine unerwartete Autoreparatur, Stromnachzahlung oder Versicherungsrechnung reicht aus, um das Budget zu sprengen.

Eine Bank berücksichtigt deshalb häufig Sicherheits- beziehungsweise Lebenshaltungspauschalen.

Auch der Verbraucher selbst sollte nicht jeden verfügbaren Euro für die Kreditrate einplanen.

Welche Rate kann ich mir leisten?

Eine pauschale Regel wie:

„Die Kreditrate darf maximal 30 Prozent des Einkommens betragen“

ist für Ratenkredite wenig hilfreich.

Entscheidend ist das tatsächlich verfügbare Haushaltseinkommen.

Eine bessere Rechnung lautet:

Nettoeinkommen

minus

Wohnkosten

minus

Lebenshaltung

minus

Versicherungen

minus

bestehende Kredite

minus

sonstige feste Verpflichtungen

minus

Sicherheitspuffer

=

verfügbarer Betrag für eine neue Kreditrate

Die theoretisch maximal mögliche Rate sollte trotzdem nicht vollständig ausgeschöpft werden.

Bestehende Kleinkredite können stärker belasten als gedacht

Ein weiteres Problem sind viele kleine Verpflichtungen.

Beispielsweise:

Finanzierung Monatsrate
Smartphone 45 €
Möbel 65 €
BNPL-Raten 90 €
Fernseher 55 €
alter Ratenkredit 210 €
Gesamt 465 €

Einzelne Beträge wirken harmlos.

Für die Bank zählt aber die Gesamtbelastung.

465 Euro monatlich entsprechen bei einem Nettoeinkommen von 2.500 Euro bereits fast:

19 Prozent des gesamten Einkommens.

Und die Miete sowie Lebenshaltungskosten sind noch nicht bezahlt.

Kann eine Umschuldung die Situation verbessern?

Manchmal ja.

Wer mehrere teure Kredite parallel bedient, kann prüfen, ob diese in einem neuen Kredit zusammengeführt werden können.

Eine Umschuldung kann:

  • die Anzahl der Raten reduzieren,
  • die monatliche Belastung senken,
  • einen günstigeren Zinssatz ermöglichen,
  • die Übersicht verbessern.

Sie ist aber nur sinnvoll, wenn die neue Finanzierung tatsächlich wirtschaftlich besser ist.

Dabei müssen berücksichtigt werden:

  • neuer Effektivzins,
  • neue Laufzeit,
  • Gesamtkosten,
  • mögliche Vorfälligkeitsentschädigungen,
  • Zusatzprodukte.

Eine niedrigere Monatsrate allein beweist noch keine Ersparnis.

Kreditsumme reduzieren: Oft der einfachste Hebel

Ein Verbraucher beantragt 30.000 Euro und bekommt eine Ablehnung.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass überhaupt kein Kredit möglich ist.

Möglicherweise würde die Bank:

20.000 Euro

oder:

15.000 Euro

finanzieren.

Wenn der gewünschte Betrag nicht zwingend notwendig ist, kann eine geringere Kreditsumme:

  • Genehmigungschancen verbessern,
  • Rate reduzieren,
  • Zinskosten senken,
  • finanzielle Reserve erhöhen.

Ein zweiter Kreditnehmer kann helfen – aber haftet vollständig

Bei Paaren kann ein gemeinsamer Kreditantrag die Kreditwürdigkeit verbessern, wenn beide über stabiles Einkommen verfügen.

Dadurch steht der Bank eine größere Einkommensbasis zur Verfügung.

Aber:

Ein zweiter Kreditnehmer ist nicht einfach nur eine zusätzliche „Bonitätshilfe“.

Er haftet grundsätzlich für den Kredit entsprechend dem Vertrag.

Das kann bedeuten, dass die Bank bei Zahlungsproblemen die vollständige Forderung auch gegenüber dem zweiten Kreditnehmer geltend machen kann.

Ein gemeinsamer Kredit sollte deshalb nur aufgenommen werden, wenn beide Beteiligten die Konsequenzen verstehen.

Sicherheiten können die Bankentscheidung verändern

Bei größeren Krediten können zusätzliche Sicherheiten relevant sein.

Je nach Kreditart kommen beispielsweise infrage:

  • Fahrzeug,
  • Immobilie,
  • Wertpapiervermögen,
  • Bürgschaft,
  • andere verwertbare Vermögenswerte.

Je besser die Bank im Ausfall abgesichert ist, desto niedriger kann ihr Risiko sein.

Das bedeutet allerdings auch:

Kann der Kredit nicht zurückgezahlt werden, kann die Sicherheit gefährdet sein.

Eine Sicherheit sollte deshalb niemals leichtfertig gestellt werden.

Achtung vor „Kredit garantiert trotz Ablehnung“

Wer von mehreren Banken abgelehnt wurde, wird für problematische Angebote besonders anfällig.

Werbeaussagen wie:

„Kredit garantiert“

„100 Prozent Zusage“

„Kredit für jeden“

oder

„Keine Bonität erforderlich“

sollten kritisch betrachtet werden.

Eine seriöse Kreditvergabe kann nicht garantieren, dass jeder Antragsteller unabhängig von Einkommen und finanzieller Situation Geld bekommt.

Besondere Vorsicht ist geboten bei:

  • hohen Vorkosten,
  • kostenpflichtigen Hotline-Modellen,
  • Versicherungen als angebliche Voraussetzung,
  • „Finanzsanierungen“ statt Krediten,
  • Hausbesuchen mit Verkaufsdruck,
  • unklaren ausländischen Anbietern.

Eine Kreditablehnung sollte nicht dazu führen, anschließend einen noch deutlich teureren und riskanteren Kredit aufzunehmen.

So verbessern Sie Ihre Chancen auf einen Kredit

Einige Maßnahmen können tatsächlich helfen.

1. Eigene Bonitätsdaten prüfen

Vor einer wichtigen Finanzierung sollte kontrolliert werden, ob gespeicherte Bonitätsdaten korrekt sind.

Fehler sollten vor dem Antrag berichtigt werden.

2. Haushaltsrechnung ehrlich erstellen

Nicht die maximale Wunschrate berechnen, sondern die Rate, die auch in einem schlechten Monat problemlos bezahlt werden kann.

3. Bestehende Kredite erfassen

Alle laufenden Verpflichtungen zusammenrechnen.

Dazu gehören auch kleine Ratenkäufe.

4. Kreditsumme realistisch wählen

Nur den Betrag aufnehmen, der tatsächlich benötigt wird.

5. Unterlagen vollständig vorbereiten

Fehlende Dokumente verlängern die Prüfung und können Nachfragen verursachen.

6. Kreditangebote vergleichen

Banken verwenden unterschiedliche Risikomodelle.

Eine Ablehnung durch Bank A bedeutet deshalb nicht automatisch eine Ablehnung durch Bank B.

7. Nicht planlos Kreditanträge stellen

Vergleichen ist sinnvoll.

Eine Vielzahl ungeplanter verbindlicher Kreditanträge innerhalb kurzer Zeit ist dagegen keine gute Strategie.

8. Rate nicht auf Kante kalkulieren

Ein finanzieller Puffer schützt vor unerwarteten Ausgaben.

Welche Unterlagen sollte man vorbereiten?

Für einen klassischen Ratenkredit können je nach Anbieter beispielsweise benötigt werden:

  • Personalausweis oder Reisepass,
  • aktuelle Gehaltsabrechnungen,
  • Kontoauszüge,
  • Arbeitsvertrag beziehungsweise Beschäftigungsinformationen,
  • Nachweise über bestehende Kredite,
  • Informationen zu Miete und Wohnkosten.

Bei Selbstständigen können zusätzlich erforderlich sein:

  • Steuerbescheide,
  • Jahresabschlüsse,
  • EÜR,
  • betriebswirtschaftliche Auswertungen.

Die Anforderungen unterscheiden sich von Bank zu Bank.

Kredit abgelehnt: Sollte man sofort den nächsten Antrag stellen?

Nicht unbedingt.

Zunächst sollte geklärt werden, ob es einen offensichtlichen Grund für die Ablehnung gibt.

Beispielsweise:

  • falsche Bonitätsdaten,
  • zu hohe Kreditsumme,
  • zu hohe gewünschte Rate,
  • Probezeit,
  • fehlende Unterlagen,
  • sehr hohe bestehende Verpflichtungen.

Liegt die Ursache im Antrag selbst, kann ein sofortiger neuer Antrag mit identischen Daten zum gleichen Ergebnis führen.

Sinnvoller ist häufig:

Ursache verstehen → Antrag verbessern → Angebote vergleichen.

Was ändert sich ab 20. November 2026 zusätzlich?

Die strengere Marktsituation fällt zeitlich mit einer grundlegenden Reform des Verbraucherkreditrechts zusammen.

Ab dem 20. November 2026 gelten neue Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung.

Bei Allgemein-Verbraucherdarlehen soll ein Kredit grundsätzlich nur vergeben werden, wenn die Prüfung ergibt, dass es wahrscheinlich ist, dass der Verbraucher seine Verpflichtungen erfüllen kann.

Der Umfang der Prüfung muss dabei unter anderem zur:

  • Art,
  • Laufzeit,
  • Höhe,
  • und zum Risiko

des Kredits passen.

Das bedeutet nicht, dass jeder Kreditantrag automatisch schwieriger wird.

Die Regeln unterstreichen aber, dass eine verantwortungsvolle Kreditvergabe künftig noch stärker gesetzlich eingefordert wird.

Automatische Ablehnung wird transparenter

Ebenfalls ab dem 20. November erhalten Verbraucher zusätzliche Rechte, wenn bei Allgemein-Verbraucherdarlehen personenbezogene Daten automatisiert in der Kreditwürdigkeitsprüfung verarbeitet werden.

Dann kann unter anderem verlangt werden:

  • verständliche Erklärung der Prüfung,
  • menschliches Eingreifen,
  • Darstellung des eigenen Standpunkts,
  • erneute Überprüfung.

Das ist besonders relevant, wenn ein Antrag trotz vermeintlich guter Voraussetzungen unerwartet abgelehnt wird.

Eine Überprüfung garantiert allerdings weiterhin keine Kreditzusage.

Wird es 2027 noch schwieriger?

Das lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen.

Die deutschen Banken gaben in der Bundesbank-Umfrage vom Juli für das dritte Quartal 2026 an, ihre Kreditrichtlinien insgesamt weitgehend unverändert lassen zu wollen.

Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Lage unsicher.

Hinzu kommt die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im September, die zum Zeitpunkt der Bundesbank-Befragung noch gar nicht bekannt war.

Wie Banken ihre Kreditrichtlinien im Herbst tatsächlich angepasst haben, wird deshalb erst mit den nächsten offiziellen Umfragedaten zuverlässig sichtbar.

Pauschale Aussagen wie:

„2027 bekommt niemand mehr einen Kredit“

oder:

„Die Banken drehen den Geldhahn zu“

sind derzeit nicht gerechtfertigt.

Die richtige Aussage lautet:

Die Vergabestandards sind 2026 strenger geworden und Banken schauen bei Risiken genauer hin.

Kreditvergleich24 meint: Eine strengere Prüfung ist nicht automatisch schlecht

Dass Banken bei der Kreditvergabe genauer hinschauen, klingt für Verbraucher zunächst negativ.

Niemand freut sich über eine Kreditablehnung.

Trotzdem halten wir strengere Prüfungen nicht grundsätzlich für problematisch.

Ein Kredit ist nur dann sinnvoll, wenn die Rate auch langfristig zum Haushalt passt.

Problematisch wird Kreditvergabe dort, wo eine Finanzierung zwar technisch noch genehmigt wird, der Kunde anschließend aber jeden Monat bis an seine finanzielle Belastungsgrenze gehen muss.

Besonders bei Konsumkrediten sollte deshalb nicht die Frage lauten:

„Wie viel Kredit bekomme ich maximal?“

Sondern:

„Wie viel Kredit kann ich problemlos zurückzahlen?“

Gleichzeitig erwarten wir von Banken Transparenz.

Wer ein stabiles Einkommen, eine saubere Kredithistorie und ausreichenden finanziellen Spielraum besitzt, sollte nachvollziehen können, warum ein Antrag abgelehnt wird – besonders dann, wenn automatisierte Systeme eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Die neuen Verbraucherrechte ab November gehen deshalb aus unserer Sicht in die richtige Richtung.

Und noch etwas ist wichtig:

Eine Ablehnung ist nicht automatisch ein Grund, zum teuersten Kreditgeber des Marktes zu wechseln.

Wenn mehrere seriöse Banken einen Kredit aufgrund der finanziellen Situation ablehnen, sollte man prüfen, ob der Kreditwunsch selbst angepasst werden muss.

Manchmal ist weniger Kredit die bessere finanzielle Entscheidung.

Checkliste: So bereiten Sie einen Kreditantrag 2026 vor

Vor dem Antrag sollten folgende Punkte geklärt sein:

  • Wie hoch ist mein tatsächliches monatliches Nettoeinkommen?
  • Welche festen Ausgaben habe ich?
  • Welche Kredite und Ratenkäufe laufen bereits?
  • Wie viel Geld bleibt jeden Monat wirklich übrig?
  • Habe ich einen ausreichenden Sicherheitspuffer?
  • Wie hoch muss die Kreditsumme tatsächlich sein?
  • Welche Laufzeit passt zu meinem Budget?
  • Sind meine Bonitätsdaten korrekt?
  • Sind alle Einkommensnachweise vorhanden?
  • Läuft mein Arbeitsvertrag unbefristet?
  • Befinde ich mich noch in der Probezeit?
  • Kann ich Eigenkapital einsetzen?
  • Gibt es einen zweiten Kreditnehmer?
  • Habe ich mehrere Angebote verglichen?
  • Wie hoch sind Effektivzins und Gesamtkosten?
  • Würde ich die Rate auch bei unerwarteten Ausgaben weiter bezahlen können?

Wer diese Fragen vor dem Kreditantrag beantwortet, hat nicht automatisch eine Zusage.

Aber er reduziert vermeidbare Gründe für eine Ablehnung erheblich.

Häufige Fragen zur Kreditvergabe 2026

Ist es 2026 schwieriger geworden, einen Kredit zu bekommen?

Die aktuellen Bundesbank-Daten zeigen, dass deutsche Banken ihre Kreditrichtlinien im zweiten Quartal 2026 für Konsumenten-, Wohnungsbau- und Unternehmenskredite verschärft haben. Bei Konsumentenkrediten stieg außerdem die Ablehnungsquote.

Warum vergeben Banken weniger leicht Kredite?

Die Banken nennen insbesondere höhere Kreditrisiken, die gedämpfte Wirtschaftslage und eine schwächere Kreditwürdigkeit privater Haushalte als Gründe für die strengeren Anforderungen.

Bedeutet ein guter SCHUFA-Score automatisch eine Kreditzusage?

Nein. Banken prüfen zusätzlich Einkommen, Ausgaben, bestehende Verpflichtungen, Kredithöhe und weitere Risikofaktoren.

Kann ich mit einem befristeten Arbeitsvertrag einen Kredit bekommen?

Grundsätzlich ja. Banken können allerdings genauer prüfen, ob Einkommen und Beschäftigung über die gesamte Kreditlaufzeit ausreichend sicher erscheinen.

Bekomme ich während der Probezeit einen Kredit?

Das ist möglich, kann aber schwieriger sein. Einige Banken beurteilen Einkommen während der Probezeit vorsichtiger.

Haben Selbstständige schlechtere Chancen?

Nicht grundsätzlich. Da Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit stärker schwanken kann, verlangen Banken aber häufig umfangreichere Nachweise und eine längere Geschäftshistorie.

Warum wurde mein Kredit trotz gutem Einkommen abgelehnt?

Mögliche Gründe sind beispielsweise hohe bestehende Verpflichtungen, geringe freie Liquidität, interne Bankrichtlinien, Bonitätsdaten oder die gewünschte Kredithöhe.

Hilft eine kleinere Kreditsumme?

Das kann der Fall sein. Eine geringere Kreditsumme reduziert Rate und Risiko und kann deshalb besser zur Haushaltsrechnung passen.

Hilft eine längere Laufzeit?

Eine längere Laufzeit senkt normalerweise die monatliche Rate. Gleichzeitig steigen häufig die gesamten Zinskosten.

Kann ein zweiter Kreditnehmer helfen?

Bei ausreichendem zusätzlichem Einkommen kann ein gemeinsamer Antrag die Kreditwürdigkeit verbessern. Der zweite Kreditnehmer übernimmt allerdings auch vertragliche Haftung für den Kredit.

Soll ich nach einer Ablehnung sofort bei zehn weiteren Banken anfragen?

Eine breite Marktprüfung kann sinnvoll sein. Zunächst sollte jedoch geklärt werden, ob ein konkreter Ablehnungsgrund wie falsche Daten, eine zu hohe Kreditsumme oder unzureichender finanzieller Spielraum vorliegt.

Werden Kredite wegen der EZB-Zinserhöhung automatisch teurer?

Nicht automatisch und nicht im gleichen Umfang. Kreditzinsen hängen neben den EZB-Zinsen unter anderem von Refinanzierungskosten, Kapitalmarkt, Laufzeit, Wettbewerb und individueller Bonität ab.

Werden die Kreditregeln ab November noch strenger?

Ab dem 20. November 2026 gelten neue gesetzliche Anforderungen an Verbraucherkredite und Kreditwürdigkeitsprüfungen. Ziel ist vor allem eine verantwortungsvollere Kreditvergabe. Daraus folgt nicht automatisch, dass jeder Verbraucher schlechtere Chancen auf einen Kredit hat.