Was macht einen billigen Kredit aus?

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Insbesondere im historischen Zinstief der Jahre 2014 und 2015 wurden beziehungsweise werden "billige Kredite" am Markt angeboten wie niemals zuvor. Doch was macht einen billigen Kredit aus und welche Kriterien sollten bei der Kreditaufnahme unbedingt beachtet werden? Natürlich gibt es am Markt, sowohl für Baufinanzierungen als auch für Privatkredite, derzeit unglaublich niedrige Konditionen, da so ziemlich jede Bank am hartumkämpften Zinswettbewerb teilnimmt. Wenn man jedoch einen Kredit aufnehmen möchte, sollte man auch, unabhängig vom Zinssatz, über den Tellerrand hinausschauen. Nur wenn alle wichtigen Kriterien beachtet werden, kann man am Ende sagen, dass der jeweilige Kredit die Adjektive "billig" und "günstig" auch wirklich verdient hat.

Der Zinssatz - das kostenbringende Hauptkriterium billiger Kredite

Wenn es um den Vergleich von Kreditangeboten geht, so gehen die Blicke natürlich immer zuerst auf den angebotenen Zinssatz. Dies ist ganz normal und auch in Ordnung, da der Zinssatz, welcher für das Kreditgeschäft zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer vereinbart wird, schließlich hauptverantwortlich für die während der Laufzeit anfallenden Kosten ist. Zuerst einmal ist es jedoch wichtig, dass man sich nicht den Nominal-, sondern den nach der Preisangabenverordnung (PangV) ausgewiesenen Effektivzinssatz anschaut. Der Effektivzinssatz beinhaltet auch anfallende Kreditnebenkosten wie beispielsweise eine Bearbeitungsgebühr bei Privatkrediten.

 

Aufgrund der im Jahr 2014 getroffenen BGH-Urteile werden viele Banken zukünftige jedoch keine Bearbeitungsgebühren mehr verlangen. Dennoch ist es immer wichtig, den Effektivzinssatz zu prüfen, da eine Differenz zwischen Nominal- und Effektivzins ein Beweis für anfallende Zusatzkosten ist. Im historischen Vergleich sind die Zinssätze bei Privatkrediten als auch bei der dinglich gesicherten Baufinanzierung derzeit jedoch unglaublich günstig, sodass die Angebote hinsichtlich der reinen Kondition das Attribut "billig" in jedem Fall verdient haben.

 

"Weiche Faktoren" wie Sondertilgungsoptionen oder kostenfreie Tilgungswechsel

Auch über den Zinssatz hinaus gibt es jedoch wichtige Faktoren bei der Kreditaufnahme. Diese Faktoren sorgen beim Kreditnehmer für Flexibilität und zusätzliche Sicherheit. Zum Teil lohnt es sich aufgrund dieser "weichen Faktoren" auch einen leicht höheren Zinssatz in Kauf zu nehmen. Im Detail handelt es sich um Kriterien wie von der Bank eingeräumte Sondertilgungsoptionen, kostenfreie Tilgungswechsel oder eine unbürokratisch zu vereinbarende Ratenpause. Während der Laufzeit eines Kredits kann schließlich viel passieren, sodass sich der Kredit möglichst an die persönliche Lebenssituation anpassen lassen sollte.

 

Wer beispielsweise im Lotto gewinnt, sollte seine bestehenden Verbindlichkeiten möglichst sofort und ohne Vorfälligkeitsentschädigung zurückzahlen können. So lassen sich schließlich viele Zinsen sparen. In der Praxis ist eine hundertprozentige Sondertilgung bei Privatkrediten kein Problem, bei Baufinanzierungsdarlehen mit einer festen Sollzinsbindung jedoch schon. Sehr interessant können unbürokratische Ratenpausen oder kostenfreie Tilgungswechsel sein. Im Falle eines Jobwechsels, Krankheit oder Ähnlichem ist es immer gut, wenn man weiß, dass der bestehende Kredit für einen gewissen Zeitraum unproblematisch angepasst werden kann.

 

Fazit: Beim Thema "Billiger Kredit" guckt man natürlich immer erst auf den Zinssatz und die anfallenden Kosten. Es sollten jedoch auch "weiche Faktoren" bei der Kreditaufnahme berücksichtigt werden, denn wenn man weiß, dass der jeweilige Kredit zu jederzeit an die persönliche Lebenssituation angepasst werden kann, dann kann man wirklich sagen, dass es sich um einen "billigen" Kredit handelt, der nicht nur günstig, sondern auch flexibel ist.