Darlehenszinsen | Infos + aktuelle Zinsen im Vergleich

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Seit mittlerweile mindestens zwei Jahren ärgern sich nicht nur Anleger über niedrige Kapitalmarktzinsen, sondern es gibt auch die andere Seite der Medaille. So freuen sich Kreditsuchende und Kreditnehmer über teilweise äußerst niedrige Darlehenszinsen, die in den vergangenen Jahren erheblich gesunken sind.

 

Zinsen sind sowohl für Anleger als auch für Kreditnehmer äußerst interessant, da sie entweder den Ertrag bei einer Geldanlage oder die Kosten für eine Finanzierung darstellen. Aus verschiedenen Gründen ist es wichtig, dass Kreditsuchende und Kreditnehmer bezüglich der Darlehenszinsen stets auf dem Laufenden sind, denn schon geringe Unterschiede im Zinssatz können zu deutlich höheren oder auch niedrigeren Kosten führen.

 

Zinsen als maßgeblicher Einflussfaktor

Immer mehr Kunden nutzen heutzutage die Möglichkeit, vor der Aufnahme eines Kredites einen ausführlichen Vergleich der Angebote durchzuführen. Dabei ergeben Untersuchungen immer wieder, dass die Höhe der Darlehenszinsen der maßgebliche Einflussfaktor ist, auf dem die Entscheidung für oder gegen ein Kreditangebot beruht.

 

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Dabei gilt insbesondere der Effektivzins als Maßstab, da dieser Zinssatz zahlreiche Kosten sowie die Tilgungsverrechnung eines Kredites beinhaltet. Schaut man sich den Gesamtmarkt etwas näher an, so sind die Kreditzinsen aktuell auf einem so niedrigen Niveau, wie es mindestens seit Einführung des Euro nicht der Fall war. Vor allem die Hypothekenzinsen, also die Zinsen, die Kreditnehmer für Immobiliendarlehen zahlen, sind zum Teil bereits unter ein Prozent gerutscht. Aber auch bei anderen Kreditformen, insbesondere bei Ratenkrediten, ist das deutlich gesunkene Zinsniveau erkennbar.

 

Worum handelt es sich bei Darlehenszinsen eigentlich?

Die Experten benutzen Begriffe wie Darlehenszinsen oder effektiver Kreditzins wie selbstverständlich, wobei es natürlich auf der anderen Seite nicht wenige Verbraucher gibt, die nicht einmal wissen, worum es sich bei Darlehenszinsen im Detail eigentlich handelt. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Darlehenszinsen der Hauptkostenfaktor bei jedem Kredit sind, den Sie aufnehmen. Immer dann, wenn Sie sich bei einer Bank oder auch von einer Privatperson über einen Kreditmarktplatz Geld leihen, werden für gewöhnlich Darlehenszinsen fällig. Angegeben werden die Zinsen in aller Regel als Zinssatz, beispielsweise in Höhe von vier Prozent. Wenn Sie sich also beispielsweise einen Betrag von 10.000 Euro leihen, wobei ein Darlehenszins von vier Prozent angegeben wird, müssen Sie innerhalb eines Jahres Zinsen in Höhe von 400 Euro zahlen.

 

Bei Ratenkrediten ist es so, dass die Zinsen normalerweise immer auf Basis der anfänglichen Darlehenssumme berechnet werden. Hat der Kredit im Beispiel also eine Laufzeit von drei Jahren, würden Sie in jedem Jahr 400 Euro und somit insgesamt 1.200 Euro an Zinsen zahlen. Volkswirtschaftlich ausgedrückt sind die Kreditzinsen ein Entgelt für den Verleiher des Kapitals, welches vom Empfänger, also bei einer Finanzierung vom Kreditnehmer, zu zahlen ist. Die Kreditzinsen bzw. der angegebene Zinssatz lässt sich in zwei Gruppen einteilen, nämlich zum einen in Sollzinsen und zum anderen in den Effektivzins. Beim Sollzins handelt es sich um den Nominalzins, der auf Grundlage der Kreditsumme zu zahlen ist. Dieser beinhaltet weder die Verrechnung der Tilgung noch sonstige Kosten, die eventuell berechnet werden. Anders ist es beim Effektivzins, denn dieser Zinssatz beinhaltet sowohl die Tilgungsverrechnung als auch einige weitere Kosten, die mitunter anfallen.

 

Einteilung in bonitätsabhängige und bonitätsunabhängige Zinsen

Eine weitere Unterscheidung bzw. Einteilung der Darlehenszinsen ist insbesondere in den letzten Jahren von größerer Bedeutung geworden, nämlich die Unterteilung in bonitätsabhängige und bonitätsunabhängige Zinsen. Bei bonitätsabhängigen Darlehenszinsen ist es so, dass die Höhe des Zinssatzes, der von der Bank veranschlagt wird, von der Kreditwürdigkeit des Darlehensnehmers abhängig ist. Wer demzufolge eine gute Bonität besitzt, zahlt in aller Regel einen geringeren Zinssatz als ein Kunde, der über eine schlechte oder mittelmäßige Bonität verfügt. Das Gegenteil sind die bonitätsunabhängigen Zinsen. Wie der Name bereits vermuten lässt, hängt die Höhe des Zinssatzes in diesem Fall nicht von der Kreditwürdigkeit des Kunden ab. Stattdessen spielen andere Faktoren eine Rolle, insbesondere die gewählte Darlehenssumme sowie die Laufzeit des Kredites.

 

In welchem Finanzierungsbereich sind Darlehenszinsen von Bedeutung?

Im Prinzip sind Darlehenszinsen in der Praxis bei nahezu jeder Finanzierungsform von größerer Bedeutung. Ausnahmen sind lediglich sogenannte Null-Prozent-Finanzierungen, die allerdings selten von Banken angeboten werden, sondern - wenn überhaupt - in erster Linie von Autohändlern oder größeren Versandhäusern. Davon abgesehen spielen die Darlehenszinsen für den Privatkunden insbesondere bei den folgenden drei übergeordneten Darlehensarten eine Rolle:

 

  • Dispositionskredit
  • Ratenkredit
  • Immobiliendarlehen

 

Wir möchten im Folgenden etwas näher auf die jeweilige Darlehensart eingehen und Ihnen Informationen an die Hand geben, wie hoch die Darlehenszinsen bei der jeweiligen Finanzierung aktuell im Durchschnitt sind und worauf Sie achten sollten.

 

Dispositionskredit: Sollzinsen bei negativem Kontosaldo

Viele Millionen Bundesbürger nutzen einen Dispositionskredit, bei dem es sich um eine zugesagte Kreditlinie auf dem Girokonto handelt. Immer dann, wenn sich das Girokonto im Soll (Minus) befindet, wird der Dispozins in Rechnung gestellt. Vorteilhaft beim Dispositionskredit ist die schnelle Verfügbarkeit und die Tatsache, dass kein fester Rückzahlungstermin besteht. Darüber hinaus findet eine taggenaue Abrechnung der zu zahlenden Dispozinsen statt, was ebenfalls - insbesondere im Vergleich zum Ratenkredit - als Vorteil gilt.

 

Neben den Vorteilen hat der Dispositionskredit allerdings einen ganz gravierenden Nachteil, nämlich dass es sich um eine sehr teure Finanzierungsform handelt. Die Dispozinsen bewegen sich trotz des niedrigen Zinsniveaus in Deutschland nach wie vor bei nur knapp unter zehn Prozent, wenn man sich einmal die durchschnittlichen Kreditzinsen in diesem Bereich ansieht. Daher ist es häufig sinnvoll, schon allein aufgrund der möglichen Zinsersparnis eine Umschuldung vorzunehmen, vorwiegend in einen Ratenkredit oder einen Rahmenkredit. Die besten Angebote beim Dispokredit bewegen sich derzeit im Bereich eines Dispozinses von 6,9 Prozent.

 

Ratenkredite: immer mehr Angebote mit niedrigen Zinsen

Wenn Sie sich aktuell die durchschnittlichen Zinsen anschauen, die Sie beim Ratenkredit zahlen müssen, so fällt eines auf: In den vergangenen Jahren gab es in diesem Bereich ebenfalls eine Entwicklung, die eindeutig zu immer weiter gesunkenen Zinsen geführt hat. Lag der durchschnittliche Zinssatz bei Ratenkrediten vor rund fünf Jahren noch bei über acht Prozent, so zahlen Kreditnehmer bei neu aufgenommen Ratenkrediten heutzutage im Durchschnitt betrachtet nur noch etwa 5,5 Prozent an Zinsen. Es gibt mittlerweile sogar nicht wenige Angebote im Bereich der Ratenkredite, bei denen der Zinssatz schon unter die Marke von 3,5 Prozent gesunken ist.

 

Immobilienkredite: Zinsen auf äußerst niedrigem Niveau

Insbesondere Kunden, die entweder in Kürze ein Haus kaufen oder bauen möchten und demzufolge eine Immobilienfinanzierung benötigen, sollten sich stets bezüglich der aktuellen Darlehenszinsen auf dem laufenden halten. Die Hypothekenzinsen, auch als Bauzinsen oder Baukreditzinsen bezeichnet, sind in den vergangenen Jahren besonders deutlich gesunken. Die besten Angebote bewegen sich derzeit im Bereich von unter 0,9 Prozent. Allerdings sind solche extrem niedrigen Zinsen meistens nur dann erhältlich, wenn der Kreditnehmer über einen Eigenkapitalanteil von 20 und mehr Prozent verfügt und darüber hinaus eine hervorragende Bonität hat. Dennoch ist es mittlerweile möglich, Immobilienkredite zu einem sehr geringen Zinssatz zu erhalten.

 

Trotz des großen Angebotes und der teilweise extrem niedrigen Zinsen sollten Kreditsuchende gerade bei der Baufinanzierung nicht den Fehler machen, nur auf den Zinssatz zu schauen. Stattdessen ist es wichtig, sich für eine passende Tilgung zu entscheiden. Anfängliche Tilgungen von einem Prozent, wie sie noch vor einigen Jahren bei Immobiliendarlehen der Standard waren, sind heute definitiv nicht mehr empfehlenswert. In diesem Fall würde die Rückzahlungsdauer nämlich häufig bei mehr als 35 Jahren liegen, was mit einem erheblichen Zinsänderungsrisiko verbunden ist. Daher raten Experten dazu, wenn es die finanzielle Situation zulässt, bei einer Baufinanzierung eine anfängliche Tilgung von mindestens drei Prozent zu vereinbaren.

 

Was beeinflusst die aktuellen Darlehenszinsen?

Wenn es darum geht, welche Faktoren die Darlehenszinsen grundsätzlich beeinflussen, so unterscheiden die Experten zwischen sogenannten inneren und äußeren Faktoren. Wir möchten an dieser Stelle mit den äußeren Faktoren beginnen, zu denen insbesondere die folgenden gehören:

 

  • EZB Leitzins
  • Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am Markt
  • Konjunkturelle Entwicklung

 

In erster Linie ist es natürlich der EZB-Leitzins als Haupteinflussfaktor, an dem sich nahezu alle Banken auch beim Festlegen ihrer Darlehenszinsen orientieren. Zwar existiert keine Kopplung zwischen Leitzinsen und Kreditzinsen, aber dennoch ist in der Historie stets zu beobachten gewesen, dass bei steigenden Leitzinsen auch die Darlehenszinsen steigen, während die Banken die Kreditzinsen umgekehrt senken, falls die EZB zuvor den Leitzins reduziert hat. Daher ist es auch leicht zu erklären, dass sich die Kreditzinsen auf einem aktuell äußerst geringen Niveau befinden, da der EZB-Leitzins bei null Prozent liegt. Aber auch die zuvor anderen aufgelisteten Faktoren haben einen Einfluss darauf, wie hoch der von den Banken festgelegte Kreditzins ist.

 

Neben den zuvor genannten äußeren Einflussfaktoren gibt es auch noch die sogenannten inneren Einflussfaktoren, die sich ebenfalls auf die Höhe des Zinssatzes an auswirken, welchen die Bank letztendlich veranschlagt. Zu diesen inneren Faktoren zählen insbesondere:

 

  • Bestellung am Markt (Mitbewerber)
  • Darlehenssumme
  • Kreditart
  • Laufzeit
  • Bonität des Kunden

 

Diese Faktoren wirken sich aktuell sogar am stärksten auf den Zinssatz auf, den die Bank einer Finanzierung veranschlagt. Besonders groß können die Unterschiede sein, wenn man einmal Kunden mit einer schlechten und guten Bonität miteinander vergleicht. Schaut man sich beispielsweise Immobilienkredite an, so kann es unter ansonsten völlig identische Voraussetzungen passieren, dass ein Kunde mit einer mittelmäßigen Bonität und wenig Eigenkapital für eine Darlehenssumme von 150.000 Euro einen Zinssatz von 3,5 Prozent zahlen muss, während ein anderer Kreditnehmer mit einer sehr guten Bonität die gleiche Darlehenssumme beim selben Kreditinstitut schon zu einem Zinssatz von 1,5 Prozent erhält.

 

Die aktuelle Entwicklung der Darlehenszinsen ist also stets von Unterschieden geprägt, sodass man keine einheitlichen Zinssätze nennen kann, mit denen Kunden fest kalkulieren können. Aus dem Grund ist es allerdings sehr wichtig, sich zum einen stets über die aktuellen Zinsen auf dem Laufenden zu halten und vor allem einen Vergleich der Angebote durchzuführen.

 

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