Fehler bei der Kreditaufnahme

Wenn es einen Bereich des Finanzmarktes gibt, bei dem Fallstricke Probleme auslösen können, dann ist dies die Kreditaufnahme. Obwohl Verbraucher meist Regel nur allzu gut wissen, kommt es im Eifer des Gefechts bei der Suche trotzdem regelmäßig zu Komplikationen.

 

Fast immer sind die späteren Schwierigkeiten einer unüberlegten Planung geschuldet. Hier folgt deshalb eine Zusammenfassung der am häufigsten begangenen Fehler bei der Kreditsuche und dem Vertragsabschluss. Wer es wegen akuten Geldbedarfs eilig hat, riskiert, etwas zu überstürzen und gleich den erstbesten, aber eben nicht den einen individuell besten Kredit abzuschließen.

 

Ganz gleich, für welchen Zweck Darlehen benötigt werden, eine genaue Vorbereitung ist das A und O mit Blick auf die gewünschten fairen Konditionen. Und die Chancen bei gewissenhafter Planung stehen in Zeiten historisch niedriger Leitzinsen denkbar gut. Einige der riskantesten Fehler sind diese:

 

Fehler Nr. 1: Gleich auf das Angebot der Hausbank reagieren

Noch immer sind es vielfach vor allem ältere Kreditnehmer, die aufgrund der langen Bindung einzig ihre Hausbank um ein Kreditangebot bitten. Ein durchaus verständlicher, aber mitunter kostspieliger Ansatz. Denn regionale Filialbanken können oft nicht mit den Angeboten der zunehmend auch aus dem europäischen Ausland stammenden Konkurrenz und vorrangig der Online-Anbieter mithalten.

 

Es ist dennoch nicht verkehrt, schon allein zu Vergleichszwecken auch die örtlichen Banken um individuelle Angebote zu bitten, um Transparenz zu schaffen und sich die Chance auf überraschende Schnäppchen zu sichern.

 

Fehler Nr. 2: Sonderangebote mit Niedrigzinsen sind mit Vorsicht zu genießen

Immer wieder landen in E-Mail-Speichern oder normalen Postfächern vermeintliche Spitzenangebote, die bei der Finanzierung wichtiger Anschaffungen, notwendiger Reparaturen und anderer Dinge Top-Konditionen in Aussicht stellen. Experten sprechen oft so genannten „Schaufensterzinsen“. Diese zeichnen sich im negativen Sinne dadurch aus, dass zwar durchaus einzelne Kreditnehmer in den Genuss der besten Zinssätze kommen.

 

Im Normalfall wird in den beworbenen Angeboten aber nach dem System „von … bis …“ gearbeitet, so dass die geringsten Effektivzinssätze für die große Masse der Antragssteller nie erreichbar sind – beispielsweise aufgrund einer unzureichenden Bonität oder eines höheren Kapitalbedarfs. Daher gilt: Niemals auf Pauschal-Offerten vertrauen und immer persönliche Umstände berücksichtigen!

 

Fehler Nr. 3: Falsche oder fehlende Angaben beim Verwendungszweck

Sie haben einen aus Ihrer Sicht günstigen Kreditanbieter mit den scheinbar besten Konditionen gefunden? Dann gibt es trotzdem noch wenigstens eines zu klären: Vergessen Sie nicht, anzufragen und zu prüfen, für welche Zwecke Kreditmittel verwendet werden können. Handelt es sich um einen Autokredit oder einen Modernisierungskredit, sind Kreditnehmer mitunter ausdrücklich an Investitionen in diesem Bereich gebunden.

 

Zugleich aber sind diese speziellen Darlehen wie Kredite für die Autofinanzierung vielfach günstiger zu haben als herkömmliche Verbraucher- oder Konsumkredite ohne Zweckbindung. Wer indes einen Kredit sucht, um sich ohne genaue Vorstellung etwas zu gönnen, sollte darauf achten, dass Gelder frei verfügbar sind.

 

Fehler Nr. 4: Verzicht auf den ausführlichen Kreditvergleich

Wie erwähnt ist der Vergleich heute wichtiger denn je. Zumal der Vergleich der verschiedenen Angebote letztlich die Schnittstelle vieler Faktoren ist. Der zuverlässigste Weg ist ein Online Kreditvergleich. Dieser sollte stets unverbindlich und kostenlos vonstatten gehen. Gesucht werden zwangsläufig seriöse Anbieter. Basis für die Auswahl sind im ersten Schritt der Kapitalbedarf und die finanzielle Situation der Antragsteller.

 

Branchenkenner empfehlen, auf Schufa-freie Darlehen eher zu verzichten, da diese meist mit deutlich höheren Kosten und Zinsen einhergehen. Seriöse Anbieter nennen alle Nebenkosten und vor allem den effektiven Jahreszins. Zudem sollten gute Kontaktmöglichkeiten per E-Mail oder Service-Hotline bestehen, um Fragen mit potentiellen Kreditpartnern klären zu können. Dringend zu vermeiden sind überhöhte Finanzierungssummen, die den Haushalt überfordern. Seriöse Anbieter und objektive Vergleiche helfen bei der Bestimmung sinnvoller Kreditsummen und monatlicher Raten, die auch bei unvorhersehbaren zusätzlichen finanziellen Belastungen zu bewältigen sind.

 

Fehler Nr. 5: Allgemeine Geschäftsbedingungen nicht exakt studiert

Last but not least sei Kreditnehmern in spe dazu geraten, die geltenden Konditionen in den Anbieter-AGB in aller Ruhe in allen Punkten zu lesen und zu vergleichen. An dieser Stelle geht es nur um eine geringe zeitliche Investition. Entscheidet man sich fürs falsche Kreditangebot, kostet dies hingegen später unnötig viel Geld.

 

Es zeigt sich, dass viele Kreditnehmer zum Beispiel gar nicht wissen, wann und wie sie ihre Darlehensverträge kündigen können oder unter welchen (finanziellen wie zeitlichen) Bedingungen vorzeitige Rückzahlungen, Ablösungen oder Sondertilgungen zulässig sind. Wird bei Ablösungen eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet, muss dies bei den Erwägungen der Kreditnehmer vorab berücksichtigt werden. Bis 1,00 % der Restschuld dürfen Anbieter laut Gesetzgeber berechnen.

 

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Diesen häufigsten Fehler bei Kreditaufnahmen auszuweichen, bedeutet, die Weichen für eine erfolgreiche Auswahl zu stellen. Ob der günstigste Kredit am Ende von einer Filialbank (vielleicht mit eigenem virtuellen Kredit-Angeboten) oder einem reinen Online-Anbieter stammt, ist bei sorgfältiger Vergleichsarbeit unerheblich.